Dienstag, 5. September 2017

Pflanzenmarkt im Hessenpark

Am Wochenende war im Hessenpark in Neu-Anspach wieder einmal Pflanzenmarkt. Diese Veranstaltung gibt es traditionell jedes Jahr im Frühling und im Spätsommer. Aller Arbeit und Verpflichtungen zum Trotz haben wir uns auf den Weg gemacht - und es nicht bereut!
Wenn ihr möchtet, nehme ich euch mit...
Der Hessenpark ist ein Freilichtmuseum und bei herrlichem Sonnenschein waren die alten Häuser eine wunderbare Kulisse für den Pflanzenmarkt.
Um einige Gebäude gibt es typische Bauerngärten. Hier über den Zaun zu schauen macht richtig Spass!
Aber natürlich waren wir in erster Linie wegen der Pflanzen hier. Die beiden sicher bekanntesten Anbieter waren Fransen-Hostas aus den Niederlanden und die Staudengärtnerei Gräfin von Zeppelin.
Da im Freilichtmuseum auch alte Handwerkskünste gezeigt werden, passten eine Korbflechterei und viele Töpferwaren sehr gut zum Ambiente und Angebot des Marktes. Ja, es heißt zwar "Pflanzenmarkt", doch es gibt darüber hinaus einiges an Kunsthandwerk und Kulinarischem. Uns gefällt diese Mischung. Aber ganz klar gesagt: Eine Pflanzenraritäten-Börse ist dies hier nicht. Das sollte man wissen, um nicht enttäuscht zu sein.
Von der Farbenpracht konnte ich nach den vielen Schreibtischtagen gar nicht genug bekommen... Sagt, habt ihr auch so einen Rittersporn-Appetit?? Jahrelang hat er hier keinen Fuß mehr auf den Gartenboden bekommen, wegen Schnecken und Hinfälligkeit. Jetzt habe ich wieder richtig Lust auf Blau, Blau, Blau!!
Noch mehr Farbe...
Und noch mehr! Macht hungrig so ein langer Marktmarsch, oder? Also, was kann ich euch da anbieten...
Es gibt Stände mit vielen Leckereien. Von Süß bis Sauer ist einiges vertreten. Für den kleinen Hunger und zum Mitnehmen. Gemütlich sitzen kann man in den Gaststätten des Museums - drinnen wie draußen.
Gestärkt ist die Vielfalt an Tomaten, Kürbissen und Zitrusfrüchten, Knoblauch und anderen Gartenfrüchten entspannter zu genießen.
Sehr gefallen haben mir diese Tischdecke aus Frankreich, das charmante Vogelhäuschen und die Stäbe mit Glasperlen.
Am Ende des Nachmittages waren wir an Eindrücken, frischen Kartoffelchips und Pflanzen gesättigt, hatten den Beutezug erfolgreich abgeschlossen.
Es wurden einige Taschen mit Pflanzen im Auto verstaut. Sogar einem Stachelbeerbäumchen konnten wir eine Mitfahrgelegenheit und im Garten Asyl geben.
Diese schöne Taglilie "White Jade" hat es mit ihren vielen Knospen unbeschädigt nach Hause geschafft. Und einige raffinierte Marmeladen aus einer riesigen Auswahl (und alles wirklich selbstgemacht!). Hat man jemals von der Sorte "Möhre&Whisky" gehört?? Sooo lecker!!! Außerdem zeichnet sich ein weiteres Sammelgebiet ab... Muscari. Denn selbst wenn man eigentlich keine Hand mehr frei hat und der Garten voll gepflanzt ist - ein paar kleine Zwiebelchen gehen immer noch.
 Herzlichen Dank, dass ihr mich begleitet habt!
Im kommenden Jahr gibt es den Frühlings-Pflanzenmarkt im Hessenpark am 5. und 6. Mai.
Vielleicht sehen wir uns?
 
Farbenfrohe Septembertage für euch
Renee




Mittwoch, 30. August 2017

Mal was anderes - Teufelsabbiss und andere Spätsommerblüher

Der Sommer ist in diesem Jahr geprägt von wenig Zeit und viel Unkraut. Eine ungünstige Mischung... Am besten ist es, sich nicht zu quälen mit der Vorstellung und Zielvorgabe eines perfekten Gartens. Stattdessen lieber genießen was schön ist!
Die Zeit des Um- und Neupflanzens ist in Kürze da. Falls noch Anregungen für Neuzugänge gesucht werden, die man nicht so häufig in Gärten sieht, kann ich diese empfehlen:
 
Echinacea purpurea "Green Jewel" - Grüner Sonnenhut
Von der Flut an neuen Echinaceasorten und der Begeisterung ist nicht sehr viel geblieben. Sehr gut und über bisher 5 Jahre hat sich die Sorte "Green Jewel" gehalten. Die Blüte ist wirklich grün und verblasst nicht. Sie ist äußerst standfest mit einer Höhe von etwa 70 cm, blüht von Juli bis September. Als Zugabe gibt es noch einen leichten Blütenduft. Schaffe ich es das Verblühte rauszuschneiden, bildet sie neue Blüten. Wie alle Sonnenhüte ist "Green Jewel" ein Sonnenkind. Teilung nach einigen Jahren und regelmäßige Düngung halten sie jung.
In Verbindung mit weißem Phlox, ich denke an die Sorte "Jade", oder anderen weißen Stauden oder als Vorpflanzung zur Hortensie "Annabell" sieht sie wunderbar aus ... dieses Juwel passt zu vielem.
Succisa pratensis -  Gewöhnlicher Teufelsabbiss
Diese zarte Schönheit besticht durch ihre Farbe. Das Lila der kugeligen Blütenköpfchen zieht die Blicke auf sich. Die Pflanze wird ungefähr 80 cm hoch und liebt Sonne. Der Teufelsabbiss braucht einen freien Stand, will nicht bedrängt sein. Die Bienenweide blüht bei mir von August bis Mitte September.
Einen Versuch mache ich gerade mit Moorabbiss - Succisella inflexa “Frosted Pearls”. Diese blüht weiß und mag etwas feuchteren Boden als Succisa. Bisher vermehrt sie sich gut, aber das Lila von Succisa sagt mir mehr zu.
Beide Pflanzen werden leicht optisch erdrückt, so dass zu wuchtige oder farblich dominantere Pflanzpartner ungünstig sind. Ich pflanze niedrige (und sonnenverträgliche) Hosta, Geranium cinereum "Ballerina" und andere polsterartige Pflanzen dazu. Je nach Sorte ist auch Sonnenbraut zu Succisa eine gute Wahl.
Gentiana asclepiadea - Schwalbenwurz-Enzian
Ungewöhnlich hoch für einen Enzian mit etwa 50 bis 60 cm kommt die Farbe viel besser zur Geltung als bei einer niedrigen Sorte. Dieses klare Blau ohne Lila besitzt in meinem Garten keine andere Pflanze. Er blüht von Juli bis September und fühlt sich an halbschattigem, frischem Standort wohl.
Die Kombination mit gelben Stauden unterstreicht die Farbe noch. Raffiniert ist die Zusammenpflanzung mit Hostasorten, die zu diesem Zeitpunkt ein goldgelb vergehendes Blatt haben.
Sanguisorba hakusanensis  - Koreanischer Wiesenknopf
An diesem Wiesenknopf schätze ich die moderate Höhe von ca. 60 cm, die sich gut in die Beetmitte integrieren lässt. Andere Sorten werden erheblich höher und sind eher für den Beethintergrund geeignet. Diese niedlichen Flaschenputzer sind von der Knospe bis zum Verblühen hübsch anzusehen. Sie stehen aufrecht und blühen hier von Juli bis September. Auch hier lohnt es sich Verblühtes herauszuschneiden, um die Blütezeit zu verlängern. Sie möchten Sonne! Und wie alle Wiesenknöpfe wird frischer bis feuchter Boden geliebt. Hier haben Lehmgärten einen großen Standortvorteil.
Die bis zu 10 cm langen Blütenähren sind ein echter Eye-Catcher und lassen sich mit anderen Blütenformen wundervoll kombinieren. Spätblühender Phlox, Echinacea, Schafgarbe und Geranium "Rozanne" - oh, ich liebe die Zeit des Umpflanzens und der neuen Möglichkeiten!!
 
Wie steht´s bei euch? Warten schon Pflanzen auf den Spaten und gibt es bereits Bestell-Listen?
Für euch eine erfüllte und kreative Gartenzeit
Renee